Glocal Insight
Refugees Continue to Face Violent and Illegal Pushbacks off the Coast of Kos
Die Insel Kos, die durch etwa 5 Kilometer Meer von der Türkei getrennt ist, liegt am äussersten Rand der EU-Aussengrenze. Mit der Stadt Bodrum, die von ihren Ufern aus deutlich sichtbar ist, werden täglich Touristen auf einer routinemässigen 30-minütigen Fahrt hin und her gebracht. Doch wenn die Nacht hereinbricht und diese Fähren anhalten, hören die Überfahrten selbst nicht auf. An ihre Stelle bereiten sich Menschen auf der Flucht in der Türkei darauf vor, auf derselben Route Sicherheit in Europa zu suchen. Ihre Reisen sind jedoch weitaus gefährlicher.
Am Hub haben wir eine Reihe von Personen interviewt, die Berichte über gewaltsame und illegale Zurückweisungen* während ihrer Bootsüberfahrten nach Griechenland erzählen. Das Ausmass ihres Leidens war zutiefst erschütternd. Obwohl sie bereits immense Risiken auf sich nahmen, um die Insel zu erreichen – von Schleppern in kleine und überfüllte Boote gezwängt, manchmal bei schwierigen Wetterbedingungen – ist das Ausmass der Schäden, die von den Küstenwachen während dieser Vorfälle zugefügt werden, zu einer der traumatischsten Erfahrungen für Flüchtlinge während ihres Migrationsprozesses geworden.
“We would get close to the island, but the Greek police would push us back by taking over the engine and throwing us into the sea, for approximately 2, 3, 5 hours – left floating in the water. We would be thrown into something like a basket, small, old. They would take our phones, our bags and clothes. […] They would throw us all. Children, old men, women […] they would just try and drown us”.
Multiple people described being thrown into these small, engineless boats.
The reality of this practice is that it is often extremely violent.
“It was humiliation. They beat us, swore at us, cursed us, ‘you Arabs, son of’ blah blah blah. A lot of bad phrases.”
On some occasions, people report being beaten by authorities.
“They would bring a bat and hit us, beat our arms, our legs, break us. […] If we had small children with us, they would not beat us, or they would take us away from them and beat us”.
Diese Vorfälle sind keine Seltenheit, und ihre Gewalt ist kein Zufall. Zwar schaffen es einige beim ersten oder zweiten Versuch, doch berichtete eine Person, 14 Mal von verschiedenen Inseln zurückgedrängt worden zu sein, bevor sie schliesslich Kos erreichte, wobei sie mehrfach Gewalt erlebte. Ein anderer kam erst bei seinem 18. Versuch an.
All interviewees say they were held by Turkish authorities after they were pushed back, in some cases for weeks. From there, some recount more violence.
“They would capture us and return us to Turkey where they would abuse us. They would break us, the Turkish would place us all in an open space and beat us, in a port, without camera”.
Conditions of these holding areas were reportedly dire. Without a roof for shelter, we are told they were exposed to rain and cold, with illness spreading “across the grounds”. Others were taken to more prison-like facilities, though conditions were reportedly no better.
“There’s no windows in the jail, and even there’s no blanket. There’s no anything. We just slept on the land. There was no […] humanitarian things. […] There is rules for jails all over the world that you should have windows, toilet, and all this stuff. But in the jail in Turkey, no, there was nothing (sic).”
Das Ausmass des angeblichen Schadens, der bei Pushbacks verursacht wird, kann nicht unterschätzt werden. Angesichts der schweren Traumata, die eine fast sichere Folge sind, scheinen Flüchtlinge einer wahrscheinlichen körperlichen Verletzung gegenüberzustehen. In ihren extremsten Fällen wurden auch Todesfälle gemeldet. A recent report from the BBC Es wurde behauptet, dass in den letzten Jahren in ganz Griechenland Dutzende von Vertriebenen infolge von Zurückweisungen ums Leben gekommen seien.* Eine Person, die mit Glocal Roots sprach, äusserte die Befürchtung, dass ihr dasselbe Schicksal hätte widerfahren können:
“we thought no one was going to come, that we were going to drown, it was so hard to get out of the sea. We did not believe we would survive this.”
If pushbacks were intended to deter refugees from arriving, they are in vain. One person told us,
“The first time [making the crossing] I had no idea [about pushbacks], but obviously after every time, I knew.”
Another stated,
“We would just keep trying. We did not relax in Turkey. We would be released from the prison and just try and escape”.
Die Tatsache, dass Flüchtlinge sich wiederholt und wissentlich der Gefahr von Pushbacks aussetzen, unterstreicht nur ihre Verzweiflung, um Zuflucht in einem Land zu finden, in dem ihnen Rechte zugesichert werden. In der Türkei sehen sich Flüchtlinge Berichten zufolge mit einem hohen Mass an Diskriminierung konfrontiert:
“Because we are Palestinian, because we are Syrian – we do not have any rights there.”
Another explained,
“we didn’t have a good life and we weren’t allowed to leave. So it’s like we were stuck. I told them [the police], ‘we need a solution. Just leave us to go. Let us go.’”
It is clear that without other options for entry, boat crossings will not stop. The only consequence of practices such as pushbacks is the increased danger in migration routes to enter European territories, and as a result, the rise in profit for human traffickers.
Unter der UN-Flüchtlingskonvention von 1951 besagt das Prinzip des Non-Refoulement, dass kein Flüchtling in ein Land zurückgeschickt werden darf, in dem ihm unmenschliche Behandlung droht. Flüchtlinge, die in Griechenland ankommen, haben das Recht, Asyl zu beantragen, unabhängig von einer illegalen Einreise. In Anerkennung dessen und der Tatsache, dass Abschreckungspolitik nicht funktioniert, müssen die griechischen Küstenwachen denjenigen, die die Überfahrt wagen, humanitäre Unterstützung leisten und ihr Recht auf Asylantrag gemäss dem Völkerrecht respektieren.
Es gibt heute genügend Beweise dafür, dass diese illegalen Praktiken Straftaten darstellen, die von Griechenland begangen werden, und dass sie von der EU im Rahmen ihrer unmenschlichen Migrationspolitik unterstützt werden. Rückführungen dürfen nicht länger ungestraft durchgeführt werden. Das Risiko einer Tragödie während der Überfahrt ist bereits zu hoch, und die Gewalt, die Demütigungen und das zusätzliche Trauma, das dadurch verursacht wird, kommen niemandem zugute ausser den Schleusernetzwerken. Bei Glocal Roots verurteilen wir diese brutalen Praktiken aufs Schärfste und setzen uns für sichere und legale Migrationswege ein, die es jedem Asylsuchenden ermöglichen, unversehrt Zuflucht zu finden.
Testimonies quoted in this article come from multiple sources who have been in contact with Glocal Roots in Kos. All of them have been anonymised.
*Pushbacks werden vom Border Violence Monitoring Network als ‘die informelle grenzüberschreitende Abschiebung (ohne ordnungsgemässes Verfahren) von Einzelpersonen oder Gruppen in ein anderes Land’ definiert.



